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Deutsche Presseagentur (dpa)
21 September 2002

 

bdt0021 4 vm 292 dpa 0008 Wissenschaft/Medizin/(dpa-Gespräch) Hirnschrittmacher im Angstzentrum soll Zwangskranken helfen

Heidelberg (dpa) - Menschen mit schweren Zwangserkrankungen soll künftig ein Schrittmacher in einem Angstzentrum des Gehirns von quälenden Wiederholungsgedanken erlösen. Mit elektrischen Impulsen in der Schaltregion des unteren Vorderhirns ("Nucleus accumbens") könnten Zwänge wie Kontroll- oder Sauberkeitswahn wirkungsvoller als zuvor unterdrückt werden, sagte Prof. Volker Sturm von der Universitätsklinik Köln, der als Pionier der Methode gilt. Von den fünf Patienten, bei denen er dort Schrittmacher eingesetzt hatte, führten drei wieder ein normales Leben. Noch befinde sich seine etwa zwei Jahre alte Methode allerdings in der Erprobungsphase und werde in einer internationalen Studie überprüft. Bislang würden bei einem ähnlichen Eingriff Elektroden in einer anderen Gehirnregion angebracht, der so genannten inneren Kapsel. "Man braucht mit der neuen Methode viel geringere Stromstärken als bisher", erläuterte Sturm. Durch sehr schwache elektronische Impulse werde bei beiden Verfahren der bioelektrische Prozess reguliert, der wie bei einem "Ohrwurm" Patienten unkontrollierbaren Wiederholungen ausliefert. Nach Schätzungen leiden mindestens zwei Prozent der Bevölkerung unter massiven Zwängen. Den Patienten werden Sturm zufolge die Elektroden durch kleine Bohrlöcher im Schädel eingesetzt. Unter der Haut würden Kabel bis zum Taktgeber auf dem Brustmuskel verlegt. "Der Schrittmacher kann von außen programmiert werden und setzt die Übererregbarkeit herunter, ohne etwas kaputt zu machen", sagte Sturm. "Man zerstört nicht, sondern blockiert nur funktionell." Zu den bereits behandelten Patienten, die Tag und Nacht durch den Schrittmacher reguliert werden, gehöre auch eine junge Mutter, sagte Sturm. Sie musste zuvor nachts ihren Sohn bis zu hundert Mal aufwecken, um sein Wohlergehen zu kontrollieren. "Das Problem ist fast völlig verschwunden, und wenn der Gedanke kommt, kann sie ihn wegdrängen". Vom 5. bis 10. Oktober will der Hirnchirurg seine Ergebnisse bei der Konferenz "The human brain" beim neu gegründeten Europäischen Institut für Hirnforschung in Rom vortragen. (Internet Konferenz "The human brain" http//www.thehumanbrain.org/)

dpa ah yyzz hu 210500 Sep 02

   

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